Von der Zeitenwende und der Sicherheit in uns. Innovationskultur neu gedacht

Es sind zu viele Informationen, zu schnelle Veränderungen auf vielen Ebenen, zu unsicher regional und weltweit. Ein Kollege aus dem Sozialministerium in Niedersachen und ich machen seit kurzem eine Diät. Die Nachrichten-Diät. Wir schalten nicht ein und uns ab. Was passiert da gerade? Hört das auf? Was sollen Unternehmen tun? Was kann ich tun?
Und hier sind meine Antworten. Oder nein. Erst muss ich zwei Sätze loswerden:



Auch ich weiß nicht, was genau passieren wird und wie die Zukunft aussieht, welches das beste Geschäftsmodell sein wird und wie wir leben sollten. Das kann keiner wissen. 
Und wenn wir alle wissen, dass jede Sache zwei Seiten hat, dann können wir konstruktiv diskutieren, ob der Nutzen oder der Schaden überwiegt, oder wie wir es möglicherweise angehen können, dass der Nutzen überwiegt. 
  1. Das, was da gerade passiert kann man, wie der Präsident des Max Planck Institutes Martin Stratmann zu recht sagt,“Zeitenwende“ nennen.  
    Das liegt zum einen an der technologischen Entwicklung und Digitalisierung, die viele Lebens- und Arbeitsbereiche erheblich verändern wird. Zum anderen ist es eine Folge  der Entwicklung von Menschen auf der Erde. Technologische Entwicklungen haben dafür gesorgt, das es nicht mehr Wochen und Jahre dauert bis Informationen von einem zum anderen Menschen gelangt. Sie haben auch dafür gesorgt, dass wir noch nie so viele gebildete Menschen, Forscher und Entwickler auf der Welt haben wie jetzt. Es gab noch nie so viele Menschen, wie jetzt und wir sind noch nie so alt geworden. Mit der Nutzung vom Internet breiten sich nun Forschungsergebnisse, neue Produktideen und andere Ideen dieser vielen Menschen in einem hohen Tempo weltweit aus und verändern Kulturen, Tagesabläufe und Arbeit.  Und: Es wird noch schneller werden. Wir wachsen weiter, werden gebildeter und älter und erforschen jeden Tag mehr.

    Wertschöpfungsketten werden zu Wertschöpfungsökosystemen. Die Welt wird komplexer.
    Während wir früher in Zeiten der Industrialisierung entlang von Wertschöpfungsketten gearbeitet haben, sprechen wir heute von Wertschöpfungsökosystemen. Das sind Netzwerke, die agil und flexibel auf Veränderungen reagieren und zuliefern.

    Ein weiteres Phänomen ist, dass mehr und mehr der Mensch mit Nutzen, Sinn und Werten in den Mittelpunkt rückt und wir über die Fachdisziplinen zusammenarbeiten und Neues entwickeln. Design Thinking ist eine Methode, die diese Prozesse fördert.





    Organisationsformen verändern sich.
    An dieser Stelle sprechen die Bilder, die ich auf Grundlage des Buches von Frederice Laloux „Reinventing Organisations“ gezeichnet habe für sich -oder?
    Die neuen integralen, evolutionären Organisationen organisieren sich anders als die anderen. Hier sind ein paar Beispiele.
    Wichtig hervorzuheben ist, dass viel in die Weiterbildung von Mitarbeitenden investiert wird. Es gibt Entschleunigung durch eine Kultur der Meditation, Reflexion und Achtsamkeit.
    Und es gibt eine Besonderheit:
    1. Die Bildung von Netzwerken in und außerhalb von Organisationen wird zugelassen und gefördert. Das verändert Führungsaufgaben und Aufgaben von jedem Mitarbeitenden.
    2. Netzwerke und Zusammenarbeit funktionieren nicht von alleine. Wir brauchen Sicherheit.
      Wenn Menschen zusammen kommen stellen wir fest, wie verschieden wir sind und das kann zu Konflikten führen
      Je mehr ich in Netzwerken und mit unterschiedlichen Fachdisziplinen und Kulturen arbeite desto mehr werden meine Beziehungsfertigkeiten benötigt. Dazu gehören u.a. Empathie, Wertschätzung und Konfliktlösungskompetenzen. Wann haben Menschen die Fertigkeiten? 
      1. Menschen mit einem guten Selbstwertgefühl können eher Unsicherheiten aushalten, weil sie sich in sich sicher fühlen. Je fluider die Welt um uns wird, desto wichtiger ist es gefestigt in uns selber zu sein.
      2. Individuum – Einzelding stärken
        Jeder von uns ist ein Einzelding, ein Individuum und damit einzigartig. Deswegen gibt es eher individuelle Lösungen. Man sollte daher fragen, statt vorzugeben. Angebote machen und Einladungen aussprechen. Wenn sie angenommen werden dann ist es gut, wenn nicht, dann  muss ich lernen bessere Angebote zu machen oder zu fragen.

        1. Gemeinsam sollten wir überlegen, was uns Sicherheit gibt, damit wir kreativ und handlungsfähig in unsicheren Zeiten sein können. Ambiguitätstolerenz, das Aushalten von Widersprüchen, Resilienz, die Widerstandsfähigkeit, das stärken wir damit.
        2. Tempo und Ruhe, Sicherheit und Unsicherheit
          Wir haben diese schnelle Zeit und wir müssen selber Tempo rausnehmen. Wir können nicht alles wissen, aber wir können uns Netzwerke aufbauen, die mehr wissen. Die wichtigste Bewegung im Leben ist in Balance zu bleiben. Zuhause und in unseren Organisationen. Das ist die Richtung, von der ich denke, dass sie gerade passt. Aber, wie gesagt, keiner weiß genau wie es geht. Ich auch nicht. Probieren wir es aus.
          Viele Grüße Tanja Föhr

Kommentare

Beliebte Posts