Föhr´sche Moderation: Neue Wege in der Promotion. Wissenschaft trifft Wirtschaft.

Am 31.10.2011 moderierte FÖHR – Agentur für Wissenstransfer – die Auftaktveranstaltung des Graduierten Forums der TU Braunschweig. Das Graduierten Forum ist eine neue Form der Qualifizierung für Doktoranden im Maschinenbau. Neben der Vermittlung von Führungskompetenzen haben Unternehmen die Möglichkeit über Kaminabende und Mentoring schon frühzeitig spätere Fachkräfte für ihr Unternehmen zu interessieren und zu binden. Die Inhalte, die Chancen und Nachteile von Promotion sollten an dem Abend diskutiert werden.
Die 80 Teilnehmer kamen zu einem Drittel aus Unternehmen und zu zwei Drittel aus der Universität (Studenten, Promovierende und Professoren).
Um die Teilnehmer zu aktivieren, hat die Moderation nach der Begrüßung eine Abfrage per Handzeichen gemacht, aus welchen Bereichen die Teilnehmer kommen. Zwei der Vertreter der Wirtschaft wurden direkt nach ihren Erwartungen angesprochen und gefragt, warum sie heute Abend nichts Besseres vorhatten ;-)


Danach wurde die neue Methode der Podiumsdiskussion vorgestellt. Bei der Fishbowl Methode ist das Podium ein Innenkreis, die Teilnehmer sitzen im Kreis drum herum. Zwei Stühle sind im Podium frei, auf die sich Teilnehmer setzen können, wenn sie etwas zur Diskussion beitragen wollen.
Die Podiums-Gäste saßen erst im Publikum und wurden einzeln von der Moderation begrüßt.


Prof. Hesselbach im Gespräch mit Tanja Föhr
  
„Prof. Hesselbach, er ist Präsident der TU Braunschweig und er ist ein Treiber für neue, innovative Strukturen an der TU Braunschweig


Prof. Hecker, Leiter beim Institut für Flugführung  - er möchte nicht nur Autos in die Luft bekommen, sondern auch erstklassig ausgebildete Maschinenbauer in die Wirtschaft.

Frau Dr. Boller, ist beim IAV – der Ingenieurgesellschaft Auto und Verkehr  im Bereich Eigenentwicklungsmanagement und Controlling Projektmanagement tätig. Sie hat mir gesagt, dass Nachwuchsförderung ihr Thema ist.

Frau Anna Theresia Nasch, ist so ein Thema von Frau Boller. Sie promoviert seit drei Jahren am Institut für Verbrennungskraftmaschinen der TU Braunschweig und ist der Mentee von Frau Dr. Boller.

Herr Schimpf, ist Leiter Forschung und Entwicklung bei IFA Rotorion. Er sagt „Ohne Doktoranten geht gar nichts“

Herr Dr. Graf, ist Leiter Logistik bei der Salzgitter Maschinenbau AG , Vertreter eines mittelständischen Schwermaschinenbauers hingegen sagt: „Die Einstellung eines Doktoranten ist nicht für jedes Unternehmen sinnvoll.“

Durch die einzelnen Begrüßungen gab es bei jedem Teilnehmer Applaus, was die Atmosphäre weiter lockerte.

Der rote Faden der Diskussion war für die Teilnehmer auf einer Power Point Folie sichtbar, so dass die Teilnehmer immer über die Themen im Bilde waren.


Die Föhr´sche Art zu moderieren funktioniert über Fachwissen (muss man sich einlesen), Humor (besonders bei eigenen Fehlern), einfache Fragen, nachfragen, einstreuen von Hintergrundinformation, zusammenfassen und übersetzten.


Die Gesprächsrunde war informativ, locker und unterhaltsam. Nicht zuletzt durch das Erfahrungswissen von Prof. Hesselbach, der Story Telling perfekt beherrscht. Als ein Teilnehmer nicht wertschätzend über Quoten-Frauen gesprochen hat, hat Prof. Hesselbach sich für mehr Familienfreundlichkeit für Männer und Frauen in der Gesellschaft eingesetzt und erntete dafür sofort Applaus vom Publikum. 


Die Teilnehmer vertraten zum Teil unterschiedliche Ansichten zum Thema Promotion. Dies hat zu eine differenzierten Betrachtung geführt, die bei einigen Teilnehmern zu neuen Erkenntnissen führte (wie später von einigen Teilnehmern berichtet wurde).

Am Ende der Diskussion fasste die Moderation die Ergebnisse zusammen.
Ergebnis: Eine gelungene Veranstaltung, die sehr gut von der TU Braunschweig organisiert war, und die eine neue Form der Podiumsdiskussion eingeführt hat. Zwar hat sich kein Teilnehmer auf einen der freien Stühle gesetzt, was aber nicht negativ war. Die Partizipationsmöglichkeiten wurden gegeben und mussten nicht zwingend genutzt werden. Wichtig war auch, dass die Podiumsteilnehmer im Innenkreis saßen und nicht frontal zum Publikum. Auch das ist eine Form der Wertschätzung, dass die Teilnehmer auf Augenhöhe mit dem Podium sind.

Besonders schön war auch, dass alle Teilnehmer von der Organisation ein kleines Dankeschön-Geschenk erhielten. Eine Kultur, die man immer pflegen sollte.


"Das war wie im Fernsehen" Prof. Hecker  :-)


Tanja Föhr



Kommentare

Anonym hat gesagt…
Heide R. Koppenhöfer In der Tat empfehlenswert - besonders "live". Die Föhr'sche Methode mit TANJA FÖHR!